Dienstag, 19. November 2013

Die Lightopia Ausstellung im Vitra Design Museum


All diejenigen, die sich für das Phänomen Licht interessieren, sei ein Besuch der Lightopia im Vitra Design Museum ans Herz gelegt. Die von Jolanthe Kugler kuratierte Ausstellung läuft seit dem 28. September 2013 und wird noch bis zum 16. März 2014 in Weil am Rhein zu sehen sein.

Die Ausstellung beleuchtet die Geschichte des künstlichen Lichtes und geht der Frage nach, in welcher Weise Architekten, Leuchtendesigner und Künstler die lichttechnischen Innovationen ihrer Zeit in ihren Entwürfen integrierten und auch in Zukunft einfließen lassen. Denn nach der Erfindung der Glühbirne und weiteren Meilensteinen wie der Verwendung von Kunststoffen, farbigem Licht und dem brillanten Licht der Halogenlampen stehen die Lichtdesigner von heute mit der Digitalisierung des Lichts sowie der innovativen OLED-Lichttechnik an einer neuen Schwelle der Entwicklung.


Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Werke zeitgenössischer Architekten, Designer und Künstler, die im Bereich „Living in Lightopia“ präsentiert werden. Zu ihnen gehören etwa Entwürfe und Installationen von Chris Fraser, Daan Roosegaarde, mischer’traxler, Olafur Eliasson, Daniel Rybakken, Joris Laarman und vielen anderen mehr.

Die rund 300 Exponate sind drei weiteren Themenbereichen zugeordnet. So verdeutlichen die „Ikonen des Leuchtendesigns“, wie sich in den gewählten Formen, Materialien und Lichtstimmungen die Gestaltungsprinzipien und Tendenzen der Zeit widerspiegeln. Die ausgestellten Designleuchten, darunter auch Werke von weit über ihr Fach hinaus bekannten Designern wie Achille Castiglioni, Ingo Maurer, Gino Sarfatti und Wilhelm Wagenfeld, stammen aus der Sammlung des Vitra Design Museums, wobei einige von ihnen sogar zum ersten Mal ausgestellt werden.

Im dritten Bereich „Farbe, Raum, Bewegung“ beleuchtet die Ausstellung die raumschaffende bzw. raumverändernde Kraft des Lichts. Gezeigt wird in diesem Zusammenhang zum Beispiel der Licht-Raum-Modulator von László Moholy-Nagy, einem „Apparat zur Demonstration von Licht- und Bewegungserscheinungen“, wie ihn der Künstler und Bühnenbildner selbst bezeichnete. Ein anderes Beispiel ist der begehbare Nachbau der Basler Diskothek Il Grifoncino aus den späten 1960er Jahren, deren lichtdurchlässigen Wände aus Plexiglas in Blau, Gelb, Rot und Grün leuchten und beinahe eine psychedelische Wirkung auf den Betrachter haben.

Der letzte Ausstellungsteil der Lightopia „Licht für Morgen“ widmet sich der OLED-Technologie, dem Leuchtmittel der Zukunft. Die organischen Licht-emittierenden Dioden sind hauchdünn und spenden ein sanftes, flächiges Licht. Dank ihrer besonderen Eigenschaften kann die OLED-Technologie genauso gut aber auch Textilien und andere Objekte zum Leuchten bringen. Sie wird die klassische Unterscheidung von Leuchte und Leuchtmittel aufheben und in naher Zukunft neue Möglichkeiten für die Gestaltung von Raumwirkungen bereitstellen.

Die Ausstellung Lightopia wird von Vorträgen und Workshops begleitet, die dem Fachpublikum Möglichkeiten zum gedanklichen Austausch geben.