Montag, 15. Juli 2013

Die UV-Schutzverordnung und der 0,3-Schwellenwert

In den letzten Monaten und Jahren ist die Tatsache, dass sowohl Sonnenlicht als auch künstliches UV-Licht nicht nur positive Effekte erbringen, sondern auch Schattenseiten haben, immer stärker in das öffentliche Blickfeld geraten. Hauterkrankungen bis hin zum Hautkrebs treten nicht mehr nur auf der Südhalbkugel auf, sondern vermehrt auch in Mitteleuropa.

Schuld daran ist die oft exzessive Aufnahme von UV-Licht. Während dessen Aufnahme im Freien, wie beispielsweise am Strand, kaum zu reglementieren ist, hat der Gesetzgeber im Bereich der künstlichen Besonnung im Juli 2011 die sogenannte UV-Schutzverordnung (UVSV) verabschiedet - die Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen künstlicher ultravioletter Strahlung. Diese Verordnung soll zu einer Verbesserung des Verbraucherschutzes im Bereich der Sonnenstudios und zu einer Erhöhung der Qualität und Sicherheit führen.

Änderungen im technischen und im Beratungsbereich

Die Regelung betrifft zum einen neue technische Grenzwerte und zum anderen die Erweiterung von Informationsdienstleitungen.

Technische Neuerungen

Kern des technischen Bereichs ist die sogenannte 0,3-Norm. Ziel dieser ist es, dass das Sonnenbrandrisiko in Solarien nicht über jenem der natürlichen Sonne liegt. Dieses Risiko wird abgebildet vom erythemalen Wert, welcher die Bestrahlungsstärke ausgibt. Seit 2012 darf dieser erythemale Wert nicht mehr über 0,3W/m2 liegen. Die in den letzten Jahren produzierten Sonnenbänke erfüllen diese Anforderung oftmals, bei Altgeräten kann er jedoch höher liegen. Hier ist dann zumindest in gewerblichen Einrichtungen eine Umrüstung auf die 0,3-Norm mit 0,3-Leuchtmitteln wie Lampen und Röhren notwendig. Das Sonnenbrand- und Hautkrebsrisiko soll auf diese Weise verringert werden.

Zudem ist im Gerätebereich mit der UV-Schutzverordnung seit letztem Jahr die Führung eines Geräte- und Betriebsbuch notwendig, in dem wichtige Angelegenheiten dokumentiert werden müssen.  

Neue Anforderungen in der Beratung

In puncto Informationsdienstleitungen ist mit der UV-Schutzverordnung die Beratungspflicht deutlich ausgeweitet worden. Solarienbetreiber müssen Kunden über maximale Bestrahlungsdauer sowie Ausschlusskriterien aufklären.  Weitere Verpflichtungen umfassen unter anderem die Bereitstellung von Informationsschriften und Benutzerhinweisen.

Die wohl umfangreichsten Auswirkungen hat die Gesetzgebung jedoch im Personalbereich. Seit dem 01. November 2011 ist während der Betriebszeit die Anwesenheit einer ausgebildeten Fachkraft Pflicht. Hierfür ist eine Fortbildung / Schulung durch einen akkreditierten Träger notwendig. Die Fachkräfte müssen in der Lage sein, Beratungen zur Bestrahlungsdauer und Bestrahlungsstärke sowie zu Ausschlusskriterien durchzuführen. Selbiges trifft auch auf die Erstellung individuell abgestimmter Dosierungspläne zu.

Ziel des Gesetztes ist ein besserer Schutz und Informationsstand bei Kunden von Sonnenstudios. Denn auch hier gilt: Die Menge macht’s. Besonders im Winter kann der Besuch einer Sonnenbank das Wohlbefinden steigern – man sollte dabei aber seine persönlichen Grenzwerte beachten.