Mittwoch, 22. Februar 2012

Lichttechnik bei Lastkraftwagen

Im Laufe der letzten Jahre hat der Lkw-Fernverkehr auf den Straßen drastisch zugenommen und wird noch weiter steigen. Unabhängig von Schnee, Regen, Sturm oder Sonnenschein - Tausende von Tonnen rollen täglich über den Asphalt. Damit verbunden häufen sich die Unfälle. Ein erheblicher Anteil derer lässt sich auf eine schlechte Fahrzeugbeleuchtung zurückführen.

Nach dem Motto "Sehen und gesehen werden" ist es zwingend notwendig, eine konsequente Einhaltung der Vorschriften bei lichttechnischen Einrichtungen zu beachten. Um eine einheitliche, in allen Ländern der EU geltende Richtlinie zu setzen, wurde eine Übersicht geltender Vorschriften der lichttechnischen Einrichtungen von Fahrzeugen geschaffen. Diese Maßnahmen dienen in erster Linie dazu, die Unfallrate zu senken und Leben zu schützen. Das gilt für PKW und LKW, für motorisierte Zweiräder und auch für Fahrräder - sprich: für alles, was fahrbar ist und sich auf den Straßen bewegen darf. Bei LKWs sind die Anforderungen jedoch erhöht.

Anforderung an die Lichttechnik

Im Straßenverkehr sind ausschließlich nur die Farben Weiß, Rot und Gelb zugelassen. Eine einzige Ausnahme: Blaulicht bei Rettungsfahrzeugen. Das weiße Licht signalisiert ein Fahrzeug von vorn, rotes Licht die Rückseite eines Fahrzeugs und gelbes Licht ist vorgeschrieben für seitliche Rückstrahler und Seitenmarkierungsleuchten.

Generell müssen bei LKW und Bussen von größerer Länge seitlich gelbe Seitenmarkierungen angebracht sein. Ebenso sind reflektierende, rote Dreiecke für den Anhänger vorgeschrieben. Um die Sicherheit zu vervollständigen, können (nicht zwingend erforderlich) bei einer Breite von 1,80 m vorne weiße und hinten rote Umrissleuchten angebracht sein. Ab 2,20 m müssen sie vorhanden sein.

Welche Lichttechnik findet Verwendung?

Lieber zuviel, als gar nicht? Die Bandbreite der angebotenen Lichttechniken der Hersteller ist riesengroß: Bunte Lichterketten am Führerhaus, Licht- und Reklameschilder, blinkende Michelin-Männchen oder Reflektoren jeglicher Art in schillerndster Farbenpracht. Alles in allem dazu angetan, eher aufzufallen, als dem eigentlichen Ziel zu dienen, nämlich Sicherheit zu schaffen.

Sie unterliegen auch nicht den gesetzlichen Bestimmungen. Die meisten sind sogar verboten. Als unzulässig sind in jedem Falle Lichterketten über dem Fahrerhaus, farbenfrohe Leuchtdioden an den Seiten sowie beleuchtete Reklameschilder.

Unzulässige Beleuchtung wird als erheblicher Fahrzeugmangel eingestuft. Bei Missachtung wird keine HU-Plakette ausgestellt und eine Nachprüfung ist erforderlich, die einen zusätzlichen Kostenaufwand bedeutet. Ebenso schmerzhaft für den Geldbeutel eines Lkw-Besitzers ist der fehlerhafte Einbau von Leuchten und Rückstrahlern. Nicht nur das: Dies kann sogar dazu führen, dass die Betriebserlaubnis gemäß § 19 der StVZO erlischt und das Fahrzeug vorübergehend stillgelegt wird.